8 Züllichau; Rep. 8 Stadt Züllichau (Bestand)

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Title:Rep. 8 Stadt Züllichau
Vorwort:Stadtgeschichte

Wahrscheinlich Mitte des 13. Jahrhunderts wurde die Stadt Züllichau nördlich des Oderknies an der Kreuzung bedeutender Handelsstraßen von den schlesischen Piasten-Herzögen angelegt. Deren Ziel war die siedlungsmäßige Durchdringung des Landes und die Festigung ihrer Herrschaft darüber. Die erste urkundliche Erwähnung Züllichaus erfolgte aber erst 1319. Ihre günstige Lage bescherte der Stadt rasch einen wirtschaftlichen Aufschwung und relativen Wohlstand.
Züllichau kam 1482 an Brandenburg. Im Jahr 1537 gelangten Stadt und der sie umgebende Kreis unter die größtenteils jenseits der Oder gelegene Sekundorgenitur Markgraf Johanns von Brandenburg-Küstrin ("Hans von Küstrin"). Er und sein älterer Bruder, Kurfürst Joachim II. von Brandenburg, hatten die Mark kurz zuvor gemäß väterlicher Weisung geteilt. Die Heirat von Johanns Tochter Katharina mit dem Kurprinzen Joachim Friedrich im Jahre 1570 schuf die Voraussetzung für die Wiedervereinigung der beiden Landesteile, die nach dem Tod Johanns ein Jahr später eintrat. Er war es auch, der 1537 in seinem Markgraftum die Reformation einführte.
Der Zuzug von Flamen und Franken legte den Grundstein dafür, dass Züllichau früh zum bedeutenden Standort von Webereien bzw. später der Textilindustrie heranwuchs. Ein Ausweis ihrer Attraktivität war das Ansteigen der Einwohnerzahl auf 4.000 bis zum Ende des 16. Jahrhunderts. Der Dreißigjährige Krieg wütete insbesondere 1631/32 und sorgte wie allerorts für schwere Verwüstungen. Auch die beiden verheerendsten Stadtbrände in den Jahren 1557 und 1687 schlugen die städtische Entwicklung in vielen Belangen zurück.
Als Bestandteil des 1701 geschaffenen Königreichs Preußen wurde Züllichau unter Friedrich II. zur Garnisonstadt ausgebaut. Von 1806 bis 1808 war sie von Franzosen besetzt. Im Zuge der Preußischen Reformen erhob man Züllichau zur Kreisstadt des Landkreises Züllichau-Schwiebus. Der weitere wirtschaftliche Aufstieg wurde besonders durch den Ausbau der Infrastruktur (Chauseebau, 1870 Anschluss an die Bahn von Guben nach Posen, Eröffnung des Oderhafens "Odereck") und die Ansiedlung neuer Industriezweige, wie der Metallindustrie, begünstigt. Bis 1900 stieg die Einwohnerzahl auf knapp 8.000 an.
Die Folgen des Ersten Weltkriegs, vor allem die Abtretung des größten Teils der Provinz Posen an die neu geschaffene Republik Polen, schränkten die Entwicklung Züllichaus, das nun im Grenzbereich lag, stark ein. Deutsche Zuzügler erhöhten die Einwohnerzahl jedoch abermals und die Garnison gewann durch Ausbau an Bedeutung. Der Zweite Weltkrieg brachte der Stadt Anfang 1945 große Zerstörungen. Nach Beendigung des Krieges wurde Züllichau unter polnische Verwaltung gestellt, die deutsche Bevölkerung vertrieben und der Name in Sulechów geändert.
 

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