514 Fowi Pdm; Rep. 514 VVB Forstwirtschaft Potsdam; 1957-1976 (Bestand)

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Title:Rep. 514 VVB Forstwirtschaft Potsdam
Dat. - Findbuch:1957 - 1976
Vorwort:Betriebsgeschichte
Mit dem Ministerratsbeschluss "Über die Veränderung der Leitung der Forstwirtschaft" vom 10. Oktober 1963 und der Direktive zur Bildung von VVB Forstwirtschaft vom 20. Dezember 1963 wurden in der DDR mit Wirkung vom 1. Januar 1964 fünf VVB Forstwirtschaft gebildet. Sie hatten ihren Sitz in Potsdam, Waren (Müritz), Cottbus, Karl-Marx-Stadt und Suhl. Ihre territoriale Abgrenzung erfolgte nach Wuchsgebieten. Ihnen unterstanden die 1952 gebildeten Staatlichen Forstwirtschaftsbetriebe (StFB), die ab 1955 von den Räten der Bezirke, Abteilung Forstwirtschaft, angeleitet worden waren. Die Aufgaben der VVB und der StFB bestanden in der Versorgung der Volkswirtschaft mit Holz sowie der Durchführung der erforderlichen Aufforstungs-, Waldpflege-, Düngungs- und Forstschutzmaßnahmen. Es galt, die Produktivität und landeskulturelle Leistung der Wälder zu erhöhen. Dabei hatten die VVB wissenschaftliche Prognosen auszuarbeiten sowie den wissenschaftlich-technischen Fortschritt und industriemäßige Produktionsmethoden einzuführen. Weiterhin oblagen ihnen Aufgaben der Arbeitsnormung, der Berufsausbildung sowie der Aus- und Weiterbildung. Das Jagdwesens und der Naturschutz oblagen weiterhin primär den Räten der Bezirke und Kreise.
Die VVB Forstwirtschaft Potsdam hatte ihren Sitz in Potsdam-Babelsberg, Rosa-Luxemburg-Straße 40. Ihr gehörten 1964 StFB in Groß-Berlin sowie in den Bezirken Potsdam (Oranienburg, Rathenow, Potsdam, Belzig, Luckenwalde, Königs Wusterhausen), Frankfurt (Oder) (Bernau, Frankfurt, Fürstenwalde, Kolpin, Strausberg, Schorfheide ) und Magdeburg (Colbitzer Heide, Gardelegen, Genthin, Haldensleben, Salzwedel, Zerbst) an. Weitere StFB aus dem Bezirk Potsdam (Kyritz, Neuruppin, Gransee) wurden der VVB Forstwirtschaft Waren und aus dem Bezirk Magdeburg (Blankenburg, Wernigerode) der VVB Forstwirtschaft Suhl zugeordnet. Zum 31. Dezember 1964 wurde der StFB Schorfheide aufgelöst und an den StFB Bernau und das Institut für Forstwissenschaften Eberswalde sowie die neu gebildete eigenständige Oberförsterei Neuhaus übergeben. Zum 1. April 1969 erfolgte die Angliederung des StFB Colbitzer Heide an den StFB Gardelegen und zum 1. Januar 1971 die Angliederung des StFB Kolpin an den StFB Fürstenwalde. Per 31. Dezember 1970 wurde der StFB Potsdam aufgelöst und auf die StFB Belzig, Königs Wusterhausen und Oranienburg aufgeteilt. Die VVB Forstwirtschaft betreute dann ebenfalls den Bereich Produktion des Forstwirtschaftsbetriebes des Instituts für Forstwissenschaften Eberswalde und das Staatsjagdgebiet der Oberförsterei Neuhaus. Offensichtlich hatte sie auch bestimmte Aufgaben in den Forstwirtschaftsbetrieben der NVA in Klietz (bei Havelberg) und Strausberg inne.
Zur VVB gehörten außerdem das Ingenieurbüro für Rationalisierung (gebildet per 1. April 1967, ab dem 1. Oktober 1970 wurde es das zentrale Ingenieurbüro der fünf VVB Forstwirtschaft, spätestens 1973 gehörte es zum Institut für Forstwissenschaften Eberswalde), ein Organisations- und Rechenzentrum (ab 1967/68), eine Rechenstation (zum 31. Dezember 1972 aufgelöst) und eine Bildungsstätte in Finkenkrug bei Falkensee (ab 1. September 1968).
Neben der Pflege des Waldes, der Aufforstung (insbesondere auch beim Pappelanbau) und Bereitstellung von Roh-, Stamm-, Gruben-, Faser-, Platten- und Brennholz gehörte zu den Aufgaben der StFB die Zapfenernte, Korbweidenernte, Harzgewinnung, Konsumgüterproduktion (z.B. Gartenhäuser), auch die Putenmast wie im StFB Bernau und die Windwurfbeseitigung. Die orkanartigen Stürme vom 13. November 1972 tobten vor allem in den StFB Rathenow, Genthin, Gardelegen, Salzwedel, Belzig, Oranienburg und Zerbst. Hier wurde die Baumeinschlagsrate von ein bis drei Jahren erreicht. Die Schäden konnten nur mit Hilfe von Mitarbeitern aus den anderen VVB Forstwirtschaft beseitigt werden.
In unmittelbarer Nähe des Faser- und Spanplattenwerkes Tangermünde entstand 1970-1974 ein Holzausformungswerk mit einer Schichtholzhackschnitzelanlage, projektiert vom Ingenieurbüro. Es bildete das bis dahin größte Investitionsvorhaben der Forstwirtschaft der DDR und sollte das modernste Werk dieser Art in Europa sein.
Der Hauptdirektor bzw. ab 1967 Generaldirektor der VVB trug die Dienstbezeichnung Oberlandforstmeister. Diese Funktion hatte zunächst Rudolf Rüthnik und ab dem 1. September 1971 Günter Lehmann, bis dahin Generaldirektor der VVB Forstwirtschaft Waren, inne.
Übergeordnetes Organ der VVB war der Landwirtschaftsrat der DDR, Hauptverwaltung Forstwirtschaft, und ab 1965 das Staatliche Komitee für Forstwirtschaft der DDR.
Auf Grundlage der vom Vorsitzenden des Ministerrates erlassenen Verfügung Nr. 405/75 zur weiteren Vervollkommnung der Leitung und Planung der Land-, Forst- und Nahrungsgüterwirtschaft durch die Räte der Bezirke und Kreise vom 15. Mai 1975 und durch Beschlüsse der Räte der Bezirke wurden die VVB Forstwirtschaft aufgelöst. Am 1. September 1975 übernahmen wiederum die Räte der Bezirke die Anleitung der StFB.
Der Rat des Bezirkes Potsdam beschloss am 29. Mai 1975 die Auflösung der VVB Forstwirtschaft Potsdam.

Bestandsgeschichte
Der Bestand wurde im Wesentlichen 1979 mit Ablieferungsverzeichnissen vom Rat des Bezirkes Potsdam übernommen. Im selben Jahr wurde er bearbeitet. 2002 wurden 1,1 lfm Akten vom Ministerium für Landwirtschaft, Umweltschutz und Raumordnung des Landes Brandenburg übernommen und eingearbeitet. 2004 entstand das Findbuch. Die Betriebszeitung "Forst-Rundschau - Zeitung der VVB Forstwirtschaft Potsdam" der Jahrgänge 1965-1966 und 1968-1974 wurde in die Dienstbibliothek eingeordnet.

Abkürzungsverzeichnis
BKV Betriebskollektivvertrag
DDR Deutsche Demokratische Republik
EDV Elektronische Datenverarbeitung
F/E Forschung und Entwicklung
Hj. Halbjahr
LPG Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft
MMM Messe der Meister von Morgen
NÖS Neues ökonomisches System (der Planung und Leitung der Volkswirtschaft)
ORZ Organisations- und Rechenzentrum
Q Qualität
R Robotron
RKV Rahmenkollektivvertrag
SED Sozialistische Einheitspartei Deutschlands
SKF Staatliches Komitee für Forstwirtschaft
StFB Staatlicher Forstwirtschaftsbetrieb
VEB Volkseigener Betrieb
VVB Vereinigung Volkseigener Betriebe
Vorgänger:Räte der Bezirke
Nachfolger:Räte der Bezirke

Information on extent

Extent:11 lfm

Conditions of access and use

Zitierweise:BLHA, Rep. 514 VVB Forstwirtschaft Potsdam Nr.
Publications:In Verantwortung für den Wald. Die Geschichte der Forstwirtschaft in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR. Hrsg v. Brandenburgischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Potsdam 1998.
 

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