55C LA Brandenburg-Görden; Rep. 55C Landesanstalt Brandenburg-Görden; 1908-2003 (Bestand)

Archive plan context


Information on content and structure

Title:Rep. 55C Landesanstalt Brandenburg-Görden
Dat. - Findbuch:1912 - 1952
Vorwort:Behördengeschichte

Im März 1911 verabschiedete der Provinziallandtag ein Programm zur Errichtung einer neuen (6.) Landesirrenanstalt im Ortsteil Görden der Stadt Brandenburg an der Havel. Unmittelbar darauf begann der Bau nach Plänen des Architekten Theodor Goecke. Die Inbetriebnahme als Heil- und Pflegeanstalt erfolgte kriegsbedingt erst 1920, die vorher fertig gestellten Gebäude wurden bis dahin seit September 1914 als Lazarett genutzt.
Während der Zeit des Nationalsozialismus war die Anstalt Görden in die Umsetzung des 1934 erlassenen Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses und die damit verbundenen Sterilisationsverfahren einbezogen. Nach Schließung der Landesanstalt Potsdam im Jahre 1938 wurde die Verlegung der Patienten und des Personals nach Görden veranlasst.
Im Rahmen des ab Herbst 1939 gestarteten "Euthanasie"-Massenmordprogramms der Nationalsozialisten wurde im alten Zuchthaus Brandenburg eine der ersten Tötungsanstalten eingerichtet. In Anlehnung an die benachbarte Landesanstalt Görden erhielt dieser Komplex die Tarnbezeichnung "Landes-Pflegeanstalt Brandenburg an der Havel". Dort wurde mit der zielgerichteten "Euthanasie"-Aktion vermutlich im Januar 1940 begonnen. Die Patientenmorde im Rahmen der "Aktion T-4"wurden bis zur Schließung der Anstalt Ende Oktober 1940 durchgeführt. Das Vernichtungsprogramm wurde aber auch nach dem offiziellen Ende bis 1945 fortgesetzt. Nähere Angaben sind der Publikation von Beatrice Falk und Friedrich Hauer:Brandenburg-Görden. Geschichte eines psychiatrischen Krankenhauses (Schriftenreihe zur Medizin-Geschichte des Landes Brandenburg ; Bd. 13), Berlin-Brandenburg 2007 zu entnehmen.
Mit Kriegsbeginn im September 1939 richtete die Wehrmacht in der Landesanstalt Görden ein Reservelazarett ein, welches bis Kriegsende 1945 bestand. Danach wurde die Landesanstalt Görden zunehmend wieder als Einrichtung für psyschisch Kranke genutzt.


Bestandsgeschichte

Das Schriftgut der ehemaligen Landesanstalt Brandenburg-Görden aus dem Zeitraum bis 1945/1952, wurde in den Jahren von 1999-2004 von der Nachfolgeeinrichtung, dem Asklepios Fachklinikum Brandenburg GmbH, an das BLHA übergeben. Darunter befindet sich auch eine größere Anzahl von Patientenakten der Landesanstalt Potsdam. 2010 erfolgte eine nochmalige Übernahme von Unterlagen. 2018 übergab das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz aus Bestandssplittern der alten Merseburger Akzession 3/87 (lfd. Nr. 8 und 10) 7 Patientenakten von russischen Zwangsarbeitern (Nr. 16236-16242).

Information on extent

Extent:81 lfm; 18.595 Akte(n)

Information on finding aids

Finding aids:interne Findhilfsmittel

Conditions of access and use

Zitierweise:BLHA, Rep. 55C Landesanstalt Brandenburg-Görden Nr.
Benutzungsbeschränkung:Enthält Verzeichnungseinheiten, für die Benutzungsbeschränkungen aufgrund Gesetzeslage bestehen.
 

Usage

Permission required:Keine
Physical Usability:Uneingeschränkt
Accessibility:Öffentlich
 

URL for this unit of description

URL: http://blha-recherche.brandenburg.de/detail.aspx?ID=17927
 
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