5KB; Rep. 5KB Kirchenbuchduplikate; 1700-1901 (Bestand)

Archive plan context


Information on content and structure

Title:Rep. 5KB Kirchenbuchduplikate
Dat. - Findbuch:1700 - 1901
Vorwort:Allgemeine Bestandsgeschichte

Im Bestand Rep. 5 KB sind die im Brandenburgischen Landeshauptarchiv erhaltenen Duplikate evangelischer Kirchenbücher der Provinz Brandenburg aus dem Zeitraum von 1794 bis 1874 und einzelne Duplikate anderer Konfessionen zusammengefasst. Der Bestand wurde in den vergangenen Jahren neu bearbeitet und detailliert erschlossen.
Die hier verzeichneten Duplikate sind aus den "Gerichten des Orts", d.h. zumeist aus der Abgabe von Amtsgerichten, in das Brandenburgische Landeshauptarchiv gelangt und im Bestand Rep. 5 KB zusammengefasst. Damit hat man sich aus grundsätzlichen und praktischen Erwägungen dazu entschieden, die Entstehung der Duplikate in den Kirchengemeinden als maßgebliches Kriterium für die Bestandsbildung gemäß dem Provenienzprinzip zu werten und nicht ihre Abgabe aus den Amtsgerichten, in die sie in der Regel erst über einen oder mehrere Zwischenschritte gelangt waren. Mit der Zuordnung des Bestandes zur Bestandsgruppe Rep. 5 – untere Gerichtsbehörden in der Provinz Brandenburg – bleibt die Verbindung mit der Gerichtsüberlieferung allerdings gewahrt. Einzelstücke, die zur Gerichtsüberlieferung von Domänenämtern oder Rittergütern gehören und sich aus verschiedenen Gründen noch in diesen Beständen finden, sind hier mitverzeichnet.
Nach Neuzugängen der jüngste Zeit, vor allem aus Wittstock, Belzig und Königs Wusterhausen, kann jetzt die Übernahme von Kirchenbuchduplikaten aus den Gerichten in das Brandenburgische Landeshauptarchiv als abgeschlossen betrachtet werden. Das heißt allerdings nicht, dass sämtliche Duplikate der Provinz Brandenburg ins Archiv gelangt und hier erhalten sind. Lücken entstanden bereits im 19. Jahrhundert durch Vernachlässigung der Abgabepflicht oder Verluste bei den Gerichten. In den 1930er Jahren wurde ein umfangreicher Bestand brandenburgischer Kirchenbuchduplikate im Preußischen Geheimen Staatsarchiv in Berlin gebildet, von dem wegen Kriegsverlusten nur noch zwei dicke Mappen einer vorläufigen Verzeichnung und einzelne Duplikate aus Sorau erhalten sind. Einzelne Duplikate von Orten, die seit 1920 zu Berlin gehören, befinden sich im Landesarchiv Berlin. Weitere Einzelstücke werden in anderen Archiven aufbewahrt.
Besonders schlecht ist die Überlieferung für Gebiete östlich von Oder und Neiße. Nur aus der östlichen Grenzregion Brandenburgs ist eine größere Zahl von Duplikaten in das Brandenburgische Landeshauptarchiv gelangt, die aus der Sammlung des Reichssippenamtes stammten und 1965 vom Deutschen Zentralarchiv in Potsdam an das Brandenburgische Landeshauptarchiv weitergegeben wurden. Dabei handelt es sich um 137 Bände aus dem Kreis Züllichau-Schwiebus und weitere 372 Bände von Orten der Kreise Birnbaum bzw. Schwerin, Meseritz und Bomst, die seit 1938 überwiegend zur Provinz Brandenburg gehörten, zur Entstehungszeit der Duplikate allerdings in der Provinz Posen lagen. Gelegentlich sind auch in den Kirchenbuchduplikaten der Provinz Brandenburg Orte jenseits der Grenze miterfasst, wenn sie zu einer brandenburgischen Mutterkirche gehörten, so bei Lauta im Kreis Calau mit Hosena, Leipe und Torno in der Provinz Schlesien oder bei der altlutherischen Gemeinde in Brüssow mit Gemeindemitgliedern in Boock, Pasewalk, Penkun, Plöwen, Retzin, Salzow und Sommersdorf in Pommern.

Umfang des Bestandes und geographische Verteilung
Der Bestand umfasst insgesamt 1947 Bände, Hefte oder Bücher mit Duplikaten von 778 Pfarreien oder Teilen von Pfarreien, in denen Einträge für 1909 Orte in diesen Pfarreien ermittelt werden konnten. Die geographische Verteilung ist sehr ungleich und hauptsächlich von Überlieferungszufällen abhängig. Am dichtesten ist die Überlieferung für die Kreise Ruppin (83 von 778), Ostprignitz (73 von 778) und Zauch-Belzig (67 von 778) im ehemaligen Regierungsbezirk Potsdam. Deutlich unterrepräsentiert sind die Kreise Westprignitz (5 von 778) und Westhavelland (4 von 778). Die Überlieferung aus dem ehemaligen Regierungsbezirk Frankfurt (Oder) ist insgesamt dünner und fällt für Ostbrandenburg mit den erwähnten Ausnahmen fast völlig aus. Die genannten Zahlen können allerdings nur der groben Orientierung dienen, da sie sich auf unterschiedlich große Einheiten beziehen.

Zeitlicher Umfang
Selten liegen Duplikate für den gesamten Zeitraum von 1794 bis 1874 vor. Auch hier spielen Zufälle der Überlieferung eine Rolle. Aus den Akten ist nachweisbar, dass vor allem in der Zeit vor der Neuordnung der Gerichtsorganisation und Gründung der Kreisgerichte im Jahr 1849 Duplikate gelegentlich erst nach Jahren oder gar nicht angefertigt wurden oder in den Gerichten verloren gingen. Außerdem hat das Preußische Geheime Staatsarchiv vorrangig ältere Duplikate aus der Zeit bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts übernommen, so dass in einigen Fällen ältere Duplikate dort verlustig gingen, deren jüngere Fortsetzung nach dem Krieg in das Brandenburgische Landeshauptarchiv gelangte. Zu berücksichtigen ist aber auch die territoriale Entwicklung Brandenburgs. In den großen ehemals sächsischen Gebieten in der Niederlausitz und der südlichen Provinz Brandenburg, die erst 1815 an Preußen fielen und 1816 in die Provinz eingegliedert wurden, galt das Allgemeine Landrecht erst ab 1816. Dort waren seit 1802 Kirchenbuchduplikate nach sächsischen Bestimmungen angefertigt worden, die dann in preußischer Zeit fortgesetzt werden konnten.

Information on extent

Extent:57,74 lfm; 1947 Akte(n) und Amtsbücher

Conditions of access and use

Zitierweise:BLHA, Rep. 5KB Nr.
 

Usage

Permission required:Keine
Physical Usability:Uneingeschränkt
Accessibility:Öffentlich
 

URL for this unit of description

URL: http://blha-recherche.brandenburg.de/detail.aspx?ID=47961
 
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